1. Was geschieht, wenn die Zulieferer (Strom, Kommunikation, Transport) ihre Vereinbarungen nach dem 01.01.2000 nicht gewährleisten können?
2. Welche Benutzer öffentlicher Werke werden im Falle eines Engpasses nicht mehr versorgt, wo liegen die Prioritäten?
3. Wer haftet?
4. Was wird als höhere Gewalt und was wird als schuldhafte Nichterfüllung bewertet?
5. Welche Möglichkeiten bieten Backupzentren an?
6. Was sind die betrieblichen Notfallplanungen der Anbieter?
Ausgangslage:
In den Medien wird auf Panik gemacht
Im Y2K Problem kann man nirgends auf Erfahrungen zurückgreifen
Viele Projekte werden normalerweise etwas verschoben, im Y2K ist das nicht möglich
Ziel:
Reduktion der Verunsicherung
TeilnehmerInnen:
ca. 35
Leiter Forum:
Ulrich Brügger, IT Sicherheitsberater, IBM
Rolf Bosshard, Sicherheitsbeauftragter CREDIT SUISSE, (Protokoll)
Referenten:
Hr. Jöhl, Direktion ZKW, Zentr. Schweiz. Kraftwerke
Fritz Zemp, Swisscom, Y2K
Robert Huber, Dr. oec. HSG, SBB, Y2K
Beat Furrer, Direktion, Kant. Spital Luzern
Werner Jöhl, CKW (Folien)
Ungestörte Stromversorgung (Energiewirtschaft) kann generell nicht garantiert werden
Die Firmen schreiben sich gegenseitig Briefe, um sich abzusichern.
Stromausfälle sind alltäglich
Stromversorgung ist zeitunabhängig: sie muss immer funktionieren
Der 1.1.2000 hat ein erheblich grösseres Risiko: Emotionale Komponente 2000
Kommunikation kann gestört werden: Zusammenbruch wegen Überlastung
Man kann auch etwas übersehen oder verpassen
Vorbereitungen für den fast unmöglichen Fall sind getroffen
Die Checklisten für Systemtests wurden am 1.1.99 getestet: Das hat gut funktioniert
Tests von Netzzusammenbrüchen sind "Sandkastenübungen"
Fragen:
Woher kommt der Negative Touch in der Presse gegenüber der Stromversorgungsindustrie?
Keine direkte Antwort
Netzzusammenbruch kann einen "Schneeballeffekt" auslösen. Was wird dagegen gemacht?
Es werden automatisch "Inseln" geschaltet.
Was wird gegen Störungen im ausländischen Verbund der Energielieferanten gemacht?
Mittels "Insellösungen" wird die Energie sichergestellt.
Kann man für den 1.1.2000 ein Maximal-Stromausfall geschätzt werden?
Nein, das kann niemand sagen.
Der Stromausfall ist im Y2K das grösste Risiko!
Fritz Zemp, Swisscom, PL Y2K (Folien)
Er arbeitet seit einem Jahr am Y2K
Y2K ist kein reines IT Problem
Die 2000 Ok Kampagne (nach British Standard) ist ein Zeichen, dass wir das Y2K Problem lösen wollen
Viele Anlagen sind extern bei den Kunden installiert (ca. 3 – 4 Millionen Kunden)
Die Swisscom hat ca. 600 Verträge mit Energielieferanten, deshalb kann nicht jedem einzelnen ein Brief geschrieben werden.
Das grösste Risiko: Wo werden Menschenleben gefährdet? (Spitäler, Polizei, Feuerwehr …)
Das zweitgrösste Risiko: Der Geldfluss (Banken, Versicherungen …)
www.swisscom.com/Prospekt: 2000 ok online
Die Testverfahren werden nach Tüf (CH und D) zertifiziert
Ab 3.Q.99 besteht ein Notfallplan
Y2K Konzept: Aktive Massnahmen (weltweit, standardisierte Tests, Swisscom ist federführend), Prävention, Notfallorganisation
1.1.2000 Zeitzonen mir Frühwarnung: 1. Japan, 2. Europa, 3. Nordamerika
Die Backupsysteme, die im Lager bereitstehen, müssen auch getestet werden
Wichtiges Verfahren: Definition der kritischen Y2K Objekte
Fragen:
Was ist die typische Zeit für installierte USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung)?
Ca. 15 Minuten (z.B. Natelnetz)
Wie wird das gute Personal bei der Swisscom im 1999 gehalten?
Das ist ein Problem, weil Swisscom Stellenabbau und Reorganisation im 1999 durchführt.
Robert Huber, SBB (nur 1 Folien)
Er ist nicht IT Spezialist. Er ist Gesamt-PL von Y2K
Die Weichenheizung im Winter muss funktionieren
1. Bewusstseinsbildung und Inventarisierung
2. Analyse der Objekte/Systeme und Lösungsansätze entwickeln
3. Korrekturmassnahmen einleiten
4. Eventualplanung
Der einzelne Reisende ist am 1.1.2000 am stärksten interessiert: Ankunftszeit der Züge
Das Notinstrumentarium (bis Handarbeit) wurde schon eingesetzt, wird aber noch verstärkt
Bei Systemausfall gibt es keine sicherheitsbedingte Probleme (Error Save)
Überwachungssysteme: Stellwerk, Fahrleitungsanlagen, mehr als 1000 Objekte
Wichtig: Die Information des Bedienungs- und Unterhaltspersonal über Y2K Massnahmen
Bei Y2K-Fehler muss sofort informiert werden: Störmeldeverfahren, pro Jahr ca. 30‘000 Meldungen
Bei Systemfehler müssen Überbrückungsverfahren gemacht werden
Die Sicherheit hatte schon immer höchste Priorität
Beim kritischen Personal gibt es einen Ferienstopp
Fragen:
Gilt die Qualitätsverschlechterung sowohl für Personen- wie auch für Güterverkehr?
Nein.
Beat Furrer, Kantonsspital Luzern (keine Folien)
(Er ist sehr kurzfristig eingesprungen, deshalb dürfen keine Medienvertreter etwas schreiben)
Die lebenserhaltenden Massnahmen müssen jederzeit gewährleistet werden
Der Stromausfall ist Horror-Szenarium: damit muss täglich gerechnet werden, deshalb sind die kritischen Objekte USV und mit Notstromversorgung geschützt
Wenn am 1.1.2000 wegen Ausfall von Blinklichtanlagen sehr viele Verkehrsunfälle und SBB Unfälle gibt, werden die Spitäler mit Patienten überschwemmt
Ein Reserve-OP-Saal ist seit 15 Jahren auf Lager, wurde noch nie gebraucht
Im Notfallkonzept wurden noch nicht alle Eventual-Massnahmen festgehalten
Allgemeine Diskussion
Die Banken müssen alle wichtigen Systeme bis Mitte 99 getestet haben.
Manches kann nicht getestet werden, weil das Testrisiko grösser ist als das Y2K-Risiko.
Oft gibt es keine Testsysteme, auf dem produktivem System wird nicht gerne getestet
Der grosse Aufwand: Die Produktionssituation auf einem Testsystem abbilden
Von vielen alten Systemen ist der Lieferant/Source Code nicht mehr vorhanden, deshalb können sie gar nicht mehr getestet werden
Das Testrisiko: Das System kann nach dem Test nicht mehr in den Vor-Testzustand zurückgefahren werden.